HERDENSCHUTZHUNDE GEGEN RAUBTIERANGRIFFE AUF NUTZTIERE

Ein weiterer Punkt unserer Arbeit ist der Schutz von Nutztieren gegen Angriffe von Bären und Wölfen, oft mithilfe sogenannter Herdenschutzhunde. Traditionelle Schäfer verwenden zwei grundsätzlich verschiedene Typen von Hunden zum Hüten beziehungsweise Schützen. Kleinere Hunde, oft Mischlinge, helfen dem Schäfer dabei, die Herden zu treiben und zusammen zuhalten. Sie müssen sehr gut ausgebildet sein und die verschiedenen Kommandos des Schäfers richtig ausführen. Der zweite Typ an Hunden unterscheidet sich maßgeblich von den Hütehunden nicht nur im Aussehen und Größe, sondern vor allen Dingen im Hinblick auf ihren Charakter und die daraus resultierende Aufgabe: die Herde gegen Raubtiere zu beschützen. Diese Hunde werden normalerweise nicht speziell ausgebildet, sondern kommen oft mit maximal 6 Wochen zu den Nutztieren, wobei sie mit den Menschen einen geringeren Kontakt haben sollten. Sie leben Tag und Nacht inmitten ihrer Herde (Schafe, Ziegen oder Kühe), patrollieren die Umgebung und schlagen sofort bei der Ankunft von Raubtieren oder anderen Eindringlingen Alarm, was dem Schäfer sehr hilft. Falls nötig, sollten sie auch möglichen Gefahren von der Herde wegscheuchen, wobei körperliche Kämpfe zwischen Raubtieren und diesen Hunden eher eine Ausnahme darstellen. Fast jede Nation in Europa beziehungsweise Asien hat seine eigenen traditionellen Herdenschutzhundrassen. In der Slowakei ist es der slowakische „čuvač”, dessen Name von dem Wort “čuvaj” abstammt, was soviel bedeutet wie „gib Acht“ oder „Pass auf“. Seit 1995 versuchen wir den traditionellen Gebrauch dieser Hunde wieder neu zum Leben zu erwecken. Warum? Ein gut aufgezogener Herdenschutzhund bewegt sich normallerweise frei in und um die Herde herum. Diese Vorgehensweise verlor sich Schritt für Schritt nach dem zweiten Weltkrieg und man begann, die Hunde nur noch nahe der Schafherde anzubinden. Die Leute argumentierten dies so, dass die Hunde gegenüber Menschen außergewöhnlich aggressiv sind. Ein angebundener Hund jedoch verliert die Fähigkeit, die Herde zu beschützen, im Extremfall werden sie sogar selbst Opfer von Raubtierübergriffen. Darüberhinaus ist es außerordentlich grausam die Hunde an den sehr kurzen Leinen anzubinden. Oft sind sie ohne Wasser und Hundehütte Sonne bzw. Regen schutzlos ausgeliefert. Ein angebundener Hund kann in der Regel Menschen gegenüber noch aggressiver werden.

Um den traditionellen Gebrauch wieder zurück zum Leben zu erwecken haben wir zwei Broschüren publiziert: “Reviving the traditional use of livestock guard dogs” (1997) und “How to protect livestock against large carnivores” (2011). Zusätzlich stehen wir Schäfern mit Informationen sowie Rat und Tat zur Seite, damit sie ihre Herden effektiv vor Übergriffen durch Bären und / oder Wölfe schützen können. Falls nötig organisieren wir für sie Welpen, welche von Eltern stammen, die eine lange Arbeitstradition haben. 

 

 

 

 

 

   

Joomla templates by a4joomla